Donnerstag

Schule war anstrengend. In letzter Zeit habe ich einfach nicht so viel Lust, mich mit anderen Menschen zu unterhalten. Möchte eigentlich einfach alleine sein. In meinem Kopf für mich alleine. Ohne den ganzen Stress, die ganze Unruhe und Hektik zuhause.

Mein Vater hatte ja den Wunsch, ein neues Sofa und einen passenden Couchtisch zu kaufen. Den Plan wollte er heute auch durchsetzen und fuhr mit Mama in den Möbelladen. Ich wollte nicht mit, aus Angst, dass sich meine Eltern dort streiten würden und ich mir das anhören muss. Bin da mittlerweile echt überfordert. In der Hoffnung, alleine zuhause dann endlich ein wenig Ruhe zu finden und meinen Aufgaben nachzugehen – Abibild und Abipullovermotiv zu entwerfen, nebenbei noch ein wenig an meiner Designmappe fürs Studium zu arbeiten und mir ein paar weitere Gedanken zur Studiumshausaufgabe zu machen – blieb ich also hier.

Später erhielt ich einen Anruf von Papa „Ruf die Mama mal an und frag wo die ist! Ich steh hier und finde sie einfach nicht.“

Ich wusste nicht, was passiert war, wollte es eigentlich auch gar nicht wissen, rief aber dennoch Mama an, weil so etwas wichtiges nicht einfach an mir vorbeigeht. Zumal es sich um meine Mama handelt.

So rief ich also an und erfuhr, dass sie zu Fuß auf dem Weg nach Hause ist. Draußen regnete es in Strömen und der Weg ist auch nicht gerade ein Katzensprung. Zumindest nicht im Regen und für meine Mama. Etwas weniger als 5 km hatte sie vor sich.

Ich hab also Papa zurückgerufen, ihm gesagt, dass es Mama gut geht und dass sie zu Fuß nach Hause gehen will. Ihren Standort hab ich ihm nicht gesagt, weil Mama schon angedeutet hatte, dass sie für den Moment mal Ruhe von ihm braucht. Die beiden hatten wohl „Unstimmigkeiten“ beim Sofakauf. Der Kauf ist dann natürlich auch komplett weggefallen, Papa hatte sich ehrlich Sorgen um sie gemacht.

Als er dann hier ankam, natürlich früher als sie, hab ich ihn gefragt, was passiert war. Seine Reaktion hat mich genervt, denn er behauptete, das auch immer noch, dass es nicht seine Schuld gewesen war. Von Mama hatte ich etwas anderes erzählt bekommen, sie war es Leid, dass Papa sie auch noch vor Fremden zur „Schnecke“ macht. Ich habe Papa erklären wollen, dass zu einem Streit immer zwei gehören, aber er beharrte auf seiner Meinung. Daraufhin habe ich mich wieder in mein Zimmer verzogen. Ich hatte keine Lust, mich weiterhin mit ihm auseinanderzusetzen. Umstimmen konnte man ihn ja doch nicht.

Jetzt, gerade, sind die beiden wieder am diskutieren – vorher hatten sie sich prima verstanden. 

Das finde ich so schrecklich. Erst sind sich die beiden am bekriegen und eine Stunde später ist Papa total anders und die beiden halten Händchen. Ich verstehe das nicht.

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